Fließendes Geld

Würden Sie  nicht gerne weniger arbeiten und dabei trotzdem genügend Geld für Ihr Leben haben? Mehr Zeit für Hobbies und Freunde besitzen? Arbeit für alle mit einem guten Leben für alle? Geld für Investitionen in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur ist ausreichend vorhanden? Klingt wie ein Traum und kann doch wahr werden. Wie? Mit Hilfe von Fließendem Geld.

Komischer Name. Noch nie gehört. Was steckt dahinter?

Alle Dinge und Gebrauchsgegenstände haben ein Verfalldatum. Nur Geld hat keines. Das ist der Grund, warum Menschen Geld horten. Ursprünglich war Geld als Tauschmittel vorgesehen. Zins und Zinseszins begünstigen diesen Effekt. Ist Ihnen bewusst, dass Sie heute ca. 40% aller Ausgaben auf den Pacht- und Zinsanteil zurückführen können. Der Zinseszinseffekt führt zu einer ungleichen Verteilung von Vermögen. Extremer Reichtum steht einer unvorstellbaren Armut gegenüber. Das herrschende Geldsystem führt in regelmäßigen Abständen zu Krisen, unter denen alle leiden. Viele Missstände, die wir derzeit beobachten, lassen sich auf diese Grundlage zurückführen.

Fühle ich auch so. Klingt logisch. Doch wie soll eine bessere Lösung aussehen?

Geld wird mit einem Umlaufimpuls ausgestattet. Das bedeutet, es wird im Laufe der Zeit weniger Wert. Dies führt dazu, dass die Leute das Geld in Umlauf bringen und ausgeben. Sie investieren, renovieren und schaffen Neues. Damit wird Geld anderen Gütern gleichgestellt – der Hortungseffekt löst sich auf. Der neue Umgang mit Geld bewirkt viel Positives auf allen Ebenen. Geld kann auf einmal den Menschen dienen und unterstützt sie in ihrem Alltag. Ist das nicht wunderbar?

Klingt etwas abgefahren. Kann ich mir auch nicht vorstellen, dass so etwas funktioniert!

Es gab in der Historie Zeiten, in denen Fließendes Geld bewiesen hat, dass es funktioniert. Von 1150 bis 1450 hatten wir damit in Mitteleuropa ein goldenes Zeitalter. Viele Städte wie Schwerin, Rothenburg, Prag, Passau, Salzburg, Graz, Zürich, Colmar, Tübingen und Antwerpen entstanden in dieser Zeit. Genauso wie prächtige Bauwerke.  Dome in Köln, Regensburg, Straßburg, Fulda und Breslau wie auch das Ulmer Münster stammen  aus dieser Zeit.
Doch es gibt auch jüngere Beispiele. Wörgl, eine Stadt in Tirol, hat während der Weltwirtschaftskrise 1929 Fließendes Geld eingeführt. Das Ergebnis war fantastisch.  Umgeben von massiver Arbeitslosigkeit erlebte Wörgl Vollbeschäftigung und konnte mitten in einer beispiellosen Krise eine vorbildliche Infrastruktur schaffen.

Jetzt bin ich sehr nachdenklich. Wäre die Umsetzung auch heute möglich?

Die Einführung an sich ist technisch sehr einfach. Die Hürde, die es zu nehmen gilt, ist das Unwissen der Menschen und vor allem der Entscheidungsträger. Wir alle könnten uns dann zinsfrei finanzieren und hätten die doppelte Kaufkraft. Dann wäre es möglich, weniger zu arbeiten und mehr zu leben. Das meinen wir, wenn wir sagen, dass Geld den Menschen dienen soll.
 

Agenda Zeitung:

Forum Fließendes Geld
2012 LechTaler Augsburger Agenda
2014 1 Beitrag zu Mitglied bei Lokale Agenda
2014 2 Beitrag Forum Fliessendes Geld Agenda
 

Weiterführende Informationen:

Bücher / Abhandlungen

Berger, Wolfgang: Geld muss fließen.

Burka, Uwe: Eine zukunftsfähige Geld- und Wirtschaftsordnung, Selbstverlag, 2015. Buchbesprechung.

Creutz, Helmut: Das Geldsyndrom, Wissenschaftsverlag Aachen, Mainz, 2012.

Creutz, Helmut: Die 29 Irrtümer rund ums Geld, Signum Wirtschaftsverlag, 2004.

Creutz, Helmut: Vom Hochzins zum 0- und Negativzins, in Humane Wirtschaft, Ausgabe 01, 2015.

Felber, Christian: Geld. Die neuen Spielregeln, Zsolnay, Deuticke, 2014. Buchzusammenfassung.

Freystedt, Volker / Bihl, Eric: Equilibrismus.

Leinert, Sebastian: Regionale Komplementärwährungen in Deutschland – Stand und Entwicklungsmöglichkeiten, Norderstedt: Books on demand 2016, 261 S.

Gartz, Ludwig: Fließendes Geld. Die Geburt des Goldenen Zeitalters, Aragorn Verlag, 2008. Buchzusammenfassung.

Kennedy, Margrit: Geld ohne Zinsen und Inflation.

Kennedy, Margrit: Occupy Money – Damit wir in Zunkunft Alle die Gewinner sind, J Kamphausen, 2011.

Kennedy, Margrit / Lietaer, Bernard A: Regionalwährungen. Neue Wege zu nachhaltigem Wohlstand.

Kreiß, Christian: Profit Wahn – Warum sich eine menschengerechtere Wirtschaft lohnt, Tectum Verlag, Marburg, 2013.

Pohl, Ines (Hg.): 50 einfache Dinge, die Sie tun können, um die Gesellschaft zu verändern, Westend Verlag, 2011.

Martin, Hans-Peter / Schumann, Harald: Die Globalisierungsfalle.

Schmalz, Anna-Lisa: Komplementärwährungen zur Förderung der regionalen Wirtschaft in Städten und Gemeinden, veröffentlicht als Creative Commons von MonNetA, 2013.

Schreiber-Martens, Alwine: FLIESSENDES Geld!

Senf, Bernd: Die blinden Flecken der Ökonomie.

Senf, Bernd: Der Tanz um den Gewinn.

Stüttgen, Johannes: Das Urbild des Geldkreislaufs und die Demokratische Bank. Kongress Demokratische Bank, Januar 2011 im Kulturzentrum Achberg. Vortrag und Gespräch, u.A. mit Christian Felber (Gemeinwohl-Ökonomie). OMNIBUS 2017.

Suhr, Dieter: Gerechtes Geld, in Humane Wirtschaft, Ausgabe 05, 2015.

Suhr, Dieter: Brauchen wir eine neue Geldordnung?, in Zeitschrift für Sozialökonomie, 186./187. Folge, 2015.

Einige Initiativen:

www.attac.de
www.cgw.de
www.kenfm.de über Geld
www.inwo.de
www.lust-auf-neues-geld.de
www.monetative.de
www.moneta.org
www.werner-onken.de
www.wissensmanufaktur.net
www.umfairteilen.de


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